Übersicht Heckenpflanzen Blog

Gepostet am 02-03-2018

Welcher Lorbeer/Kirschlorbeer ist am besten?

Empfehlung eines Züchters

Wenn Sie gerne eine immergrüne Hecke haben wollen, die ihre Blätter behält und sogar noch blüht, landen Sie schnell beim Lorbeer oder Liguster. Aber welcher Lorbeer eignet sich am besten? Es gibt doch so viele Sorten ...

Wenn Sie danach googeln, ist die Verwirrung bald groß. Eigenschaften wie etwa Wachstumsgeschwindigkeit und Frostbeständigkeit, für viele die wichtigsten Themen beim Lorbeer, weichen von Website zu Website stark voneinander ab. Wie das kommt, können Sie hier nachlesen. Ein paar andere wichtige Eigenschaften, an die Sie als Laie vielleicht nicht gleich denken (als Züchter hingegen schon!), sind die Anfälligkeit für Schrotschusskrankheit und Mehltau sowie die Schnittverträglichkeit. Darüber finden Sie im Internet wiederum fast nichts. Insbesondere, wenn Sie bedenken, dass Schneiden oft Schrotschusskrankheit und Mehltau fördert, ist dies doch wirklich ein Thema, dass Sie bei Ihrer Entscheidung mitberücksichtigen sollten.

Wir versuchen Ihnen hier ein bisschen Klarheit darüber zu verschaffen.

Frostbeständigkeit Kirschlorbeer
Ein wichtiges Thema beim Kirschlorbeer ist und bleibt die Frostbeständigkeit. Ich schreibe dies hier zufällig gerade in einer sehr kalten Woche (die letzte Februarwoche 2018) und bin gespannt darauf, wie unsere eigenen Lorbeersträucher in der Gärtnerei bald wieder aus der Kälte zum Vorschein kommen werden. Der kalte Ostwind weht jetzt direkt über die großen, offenen Flächen in der Gärtnerei!
Es ist eigentlich sinnlos, im Internet nach der Frostbeständigkeit der verschiedenen Lorbeerarten zu suchen. Das klingt verrückt, ist aber so. Erstens deshalb, weil Sie sowieso überall andere Zahlen finden werden. Vor allem aber deshalb, weil Sie überhaupt keine Mindesttemperatur angeben können, ab der (keine) Frostschäden auftreten. Bei sehr strengem Frost kann man unter den richtigen Umständen unglaublich Glück mit Frostschäden haben, während bei anderen Gegebenheiten schon bei mäßigem Frost starke Frostschäden entstehen können. Es ist selten nur die Temperatur, welche die Größe des Frostschadens bestimmt. Sonne, Wind, Bewölkung und vor allem „die Temperatur in der vorausgehenden Jahreszeit“ sind zum Beispiel mindestens genauso wichtig wie, wie kalt es genau wird. Und selbst das Düngen spielt noch eine Rolle.

Die jetzt folgende grobe Einteilung ist vielleicht ein bisschen sehr knapp zusammengefasst, aber unserer Ansicht nach sorgt sie für mehr Klarheit als die Suche im Internet nach den Mindesttemperaturen. Man kann grob sagen:

  1. Überdurchschnittlich frostbeständig: Kirschlorbeer Etna und Kirschlorbeer Herbergii
  2. Ein kleines bisschen frostbeständiger als der Durchschnitt: Kirschlorbeer Caucasica
  3. Normal frostbeständig: Der ganze Rest.

Für diese Einschätzung wurden die Kirschlorbeersorten Etna, Herbergii, Caucasica, Novita, Rotundifolia sowie den kultivierten Portugiesischen Kirschlorbeer und den wilden portugiesische Lorbeerkirsche berücksichtigt. Fotos finden Sie unten an dieser Seite.

Unter „3) Der ganze Rest“ fallen noch etliche Sorten, die (im Internet) den Ruf haben, frostempfindlich oder gerade extrem frostbeständig zu sein. Inzwischen können wir sagen, dass absolut nichts davon stimmt, oder dass es zumindest oft nicht mit der Praxis übereinstimmt. Es hat strenge Winter gegeben, in denen gerade die so genannten frostempfindlichen Sorten wie zum Beispiel die portugiesische Lorbeerkirsche als einzige nicht erfroren waren! Außerdem ist es ein Irrtum, dass Lorbeersträucher, die im Herbst gepflanzt werden, frostempfindlicher sind. Unter bestimmten Bedingungen kann dies zutreffen (insbesondere bei einem langen, kalten Winter), aber bei den Wintern der letzten Jahre, die sich vor allem durch starke Temperaturschwankungen in kurzer Zeit hervorgetan haben, ist es oft sogar besser, den Lorbeer erst im Herbst zu pflanzen. Ein frisch umgepflanzter Lorbeerstrauch, dessen Wachstum durch das Umpflanzen stark gehemmt ist, treibt während einer warmen Periode nicht so schnell aus. Und genau deshalb wird er in einer darauffolgenden kalten Phase nicht so schnell erfrieren. Eine Pflanze, die Knospen oder junge Blätter gebildet hat, ist nämlich sehr anfällig für Frostschäden.

Wenn man also nur auf die Frostbeständigkeit sieht, scheinen Etna und Herbergii also die sicherste Wahl zu sein. Es ist allerdings die Frage, ob insbesondere auch wegen der Unvorhersehbarkeit die Frostbeständigkeit das wichtigste Thema bei der Entscheidung sein sollte. Direkt vor dem Winter sollte man auf keinen Fall Stickstoffdünger ausbringen, nur etwas Kalk geben und dafür sorgen, dass der Boden schön feucht ist, wenn der Frost kommt. Wenn Sie das tun, ist bei fast allen gängigen Lorbeerarten die Gefahr eines großen Frostschadens ziemlich klein. Wenn Sie 100 % sicher sein wollen, dass Ihre Pflanzen nicht erfrieren, dürfen Sie einfach keinen Lorbeer pflanzen. Aber jede andere Heckenpflanze hat wieder ihre eigenen Nachteile, das steht fest.

Empfindlichkeit gegen Rückschnitt, Mehltau und Schrotschusskrankheit
Lorbeersträucher gehen selten oder nie aufgrund von Krankheiten oder Schädlingen ein. Was das angeht, sind sie robuster als Koniferen wie etwas Thujas und Zypressen. Im Allgemeinen wachsen sie nach dem Umpflanzen auch leichter wieder an. Das einzige, was – je nachdem, wie gut Sie damit umgehen können – ein Problem sein kann, ist ein (kleiner) Befall von Mehltau und/oder der Schrotschusskrankheit. Ein Befall mit diesen beiden Schimmelarten kommt bei Lorbeer relativ häufig vor. Bei feuchtem Wetter kommt es häufiger vor. Aber auch das Rückschneiden fördert sowohl Schrotschusskrankheit als auch Mehltau. Es fragt sich nur, wie schlimm das wirklich ist. Die Pflanzen gehen selten oder vielleicht sogar nie an diesen Krankheiten ein, und wenn die Bodenbedingungen normal bis gut sind, wächst das von selbst wieder aus.

Welche Lorbeerart ist dann am wenigsten für Mehltau/Schrotschusskrankheit anfällig?
Hier schneidet der Caucasica absolut am besten ab. Dies ist die einzige von den schnellwachsenden Sorten, die sehr wenig unter Mehltau und der Schrotschusskrankheit leidet. Selbst nach einem kräftigen Rückschnitt hat sie besonders wenig Probleme damit. Alle anderen schnellwachsenden Lorbeersorten entwickeln nach einem kräftigen Rückschnitt ein bisschen Mehltau und/oder Schrotschusskrankheit, insbesondere wenn sie zweimal innerhalb eines Jahres beschnitten werden. Die anderen schnellwachsenden Lorbeersorten wie zum Beispiel Rotundifolia und Novita eignen sich aus diesem Grund nur für größere Gärten, wo die Pflanzen nicht so oft beschnitten zu werden brauchen, höchstens 1x pro Jahr. Etna, eine Lorbeersorte, die schön langsam und kompakt wächst, ist zwar auch ein bisschen anfällig gegen Mehltau und Schrotschusskrankheit, aber weil sie weniger beschnitten zu werden braucht, ist das gar nicht so schlimm. Für die portugiesische Lorbeerkirsche gilt eigentlich genau das gleiche wie für Etna. Herbergii ist überhaupt wenig anfällig für Schrotschusskrankheit und Mehltau, wächst aber auch sehr, sehr langsam. Von allen genannten Sorten wächst sie am langsamsten.

Sichtschutz
„Jeder Vorteil hat seinen Nachteil.“ Das hat Johan Cruijff immer gesagt, der ist in Deutschland doch sicher auch noch bekannt, oder? ;-) Auf jeden Fall gilt dies auch für Heckenpflanzensorten. Fast jeder Vorteil ist mit einem Nachteil verbunden. Caucasica ist jetzt schon zweimal unter den Besten gewesen (ziemlich frostbeständig und nicht sehr anfällig für Mehltau/Schrotschusskrankheit). Beim Thema „Sichtschutz“ hingegen nicht, so wie von Johan Cruijff vorausgesagt????. Der Caucasica bildet von Natur aus nicht ganz so viele Ausläufer wie die meisten anderen Lorbeersorten und ist deshalb vor allem zu Anfang nicht ganz so dicht wie die anderen Sorten. Wie bereits gesagt verträgt er aber das Beschneiden sehr gut, wodurch dies etwas ausgeglichen wird. Das Beschneiden fördert nämlich die Bildung von Ausläufern, auch beim Caucasica.

Die meisten anderen Lorbeersorten sind einander in puncto Dichtheit etwa ebenbürtig. Für einen kleinen Unterschied sorgt noch die Blattgröße. Die breitblättrigen Lorbeersorten (Etna, Novita und Rotundifolia) schließen Ihre Hecke schneller als die schmalblättrigen Lorbeersorten (Herbergii und die kultivierte und wilde Lorbeerkirsche), aber dieser Unterschied ist meiner Ansicht nach nicht groß genug, um sich deshalb gegen ein schmales oder breites Blatt zu entscheiden.

Der Portugiesischer Kirschlorbeer
Diese Sorte nehme ich erstmal beiseite und halte sie aus dem hiernach folgenden Fazit heraus. Was die bereits erwähnten Eigenschaften angeht (Frostbeständigkeit, Wachstumsgeschwindigkeit, Anfälligkeit für Mehltau und Schrotschusskrankheit), liegt sie genau in der Mitte und passt deshalb in alle Gärten, ob klein oder groß. Aber der Mehrwert, den die portugiesische Lorbeerkirsche für viele Menschen zu bieten hat, ist ihr Dekorationswert. Die rötlichen Zweige, ihre schmalen Blättchen und stark duftenden weißen Blüten machen sie zu einer ganz anderen Heckenpflanze beziehungsweise einzelnem Zierstrauch als alle anderen Lorbeersorten. Viele finden sie schöner.

Fazit
Welcher Lorbeer eignet sich jetzt am besten für Ihren Garten, wenn wir der portugiesischer Lorbeer außer Betracht lassen, so wie oben ausgeführt?

Kleiner Garten: Für kleine Gärten eignen sich von den besprochenen Sorten am besten Etna (breitblättrig) und Herbergii (schmalblättrig). Caucasica (schmalblättrig) ginge auch noch gerade so eben, weil diese Sorte sich ziemlich gut zurückschneiden lässt, ohne dass sich Mehltau und Schrotschusskrankheit zu stark ausbilden.

Mittelgroßer Garten: Bei mittelgroßen Gärten würde ich mich eher für Etna oder Caucasica entscheiden. Caucasica deshalb, weil diese Sorte wenig anfällig für Mehltau ist. Herbergii ginge prinzipiell auch ohne weiteres, aber je größer der Garten, desto teurer wird es, die Hecke mit einer langsam wachsenden Sorte wie Herbergii hoch und dicht zu bekommen.

Großer Garten: Wenn der Garten so groß ist, dass man nicht mehr als einmal pro Jahr zu schneiden braucht, eignen sich tatsächlich alle Lorbeersorten. Bei den langsam wachsenden Sorten sind Sie bei der gleichen Höhe und Dichtheit mehr Geld los als bei einer schnellwachsenden Sorte. Spartipp für  den großen Garten: Sie können eine ganze Menge Geld sparen, wenn Sie sich für eine schnellwachsende Sorte wie Caucasica, Novita oder Rotundifolia entscheiden und Pflanzen kaufen, die noch nicht ganz so groß sind. Außerdem könnten Sie sie in etwas größerem Abstand pflanzen. Sie wachsen nämlich so schnell, dass die Hecke trotzdem unglaublich schnell hoch und dicht wird. Von diesen dreien schließen Novita und Rotundifolia die Hecke am schnellsten, weil diese beiden Sorten sich schnell verzweigen und große Blätter haben.


Sehen Sie auch: 
Kirschlorbeer Caucasica
Schmallblätrig
schnellwüchsig
Kirschlorbeer Novita
Breitblättrig
schnellwüchsig
  
Portugiesischer Kirschlorbeer
Schmalblattrig
langsamwüchsig
Kirschlorbeer Etna
Breitblättrig
langsamwüchsig

© 2018 Heckenfreunde


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  • Zu allererst muss man sagen, dass Herr Metsemakers ein ganz netter Unternehmer ist, der immer bei allen Fragen sehr hilfsbereit war.
    Wenn also der Mensch dahinter passt, dann können die Hecken ja nur super sein. Gute Qualität, pünktliche Lieferung, super Service.... bei über 100 taxus baccata...
    Von daher alles bestens und immer zu empfehlen.

  • Vielen herzlichen Dank für die schnelle Lieferung der 16 Portugiesischen Kirschlobeer Pflanzen. Die Pflanzen waren wirklich von Premium Qualität zu einem fairen Preis. Ich muß mich nochmals bedanken, für die Hilfe von Herrn Metsemakers, der uns die Pflanzen an Ort und Stelle gebracht hat, den tollen Service und die guten Tipps.

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