Der Heckenpflanzen-Blog von Jaap Metsemakers

Welche Heckenpflanze ist am klimaresistentesten?

Welche Heckenpflanze kann Hitze und Dürre am besten vertragen?

Welche Heckenpflanzen brauchen dabei am wenigsten Wasser?

Die oben genannten Fragen sind in den letzten Jahren zu wichtigen Themen geworden. Wenn ich sehe, was ich von Zeit zu Zeit sprühen muss, um meinen Garten ein wenig grün zu halten...Mann Mann...

Der Fokus liegt hier hauptsächlich auf dem Sortiment, das wir normalerweise anbieten. Ich muss auch sagen, dass dies keine absolute Wissenschaft ist. Es geht hier einfach um unsere eigene Erfahrung in die Baumschule und Wahrnehmung bei Kunden. Außerdem berücksichtige ich in diesem Artikel nicht übermäßig die Frostbeständigkeit. Es geht mir vor allem darum, welche Pflanzen trockene Sommer am besten überstehen können und welche Pflanzen Sie am wenigsten gießen müssen.

Ergebnis unserer Erfahrungen

Die Reihenfolge von oben nach unten: von optimal klimaresistent (brauchen wenig Wasser) bis am wenigsten klimaresistent (brauchen ´viel´ Wasser). Alle Arten oberhalb der doppelten durchgezogenen Linie sind sehr klimabeständig.

Gemeine Hainbuche / Weißbuche (Carpinus betulus)
Wichtiger Hinweis. Dies ist die einzige Heckenpflanze aus dieser Liste, die nicht immergrün ist. Einmal richtig verwurzelt, können sie auch ohne Wasser im heißesten Sommer nicht mehr gebrochen werden. Aufgrund dieser extremen Trockenresistenz wollten wir nicht, dass diese Heckenpflanze hier fehlt, auch wennsie  nicht immergrün ist.

 
Liguster
Ich habe noch nie eine Ligusterhecke gesehen, die an Dürre gestorben ist. Das Einzige, was sie bekommen können, ist ein wenig Mehltau oder ein einzelnes verbranntes Blatt bei extremen Temperaturen (besonders in Kombination mit dem Beschneiden).
 

 


Beiseite: Ein Tropfschlauch oder Perlschlauch bei Ihrer Hecke. Macht das Sinn und ist das gut für Ihre Hecke?


 

Der Kirschlorbeer
Man sollte es nicht erwarten, da er so große Blätter hat, die viel Wasser verdampfen lassen können. Aber sobald ein Kirschlorbeer gut verwurzelt ist, hat er keine Probleme mehr mit der Hitze. Nur im Frühjahr, wenn die neuen Blatttriebe sprießen und die Pflanzen blühen wollen, brauchen sie etwas mehr Wasser. Wenn Sie das nicht tun bilden sich ziemlich viele gelbe Blätter (die Pflanzen werden dann übrigens immer noch nicht absterben). Ich gieße außerhalb der Frühling selten oder nie die Kirschlorbeersträucher in meinem Garten, und man merkt nie, dass sie tatsächlich kein Wasser bekommen. Aber welcher Kirschlorbeer ist am besten?

 



 

Glanzmispel red Robin
Ähnlich wie der Kirschlorbeer. Minimal so beständig gegen der Hitze und Trockenheit wie der Kirschlorbeer ist diese Glanzmispel red Robin. Vielleicht ein Tick empfindlicher für Frostschade.

 
 

Die Eibe (Taxus Baccata)
Diese folgt knapp dem gewöhnlichen Kirschlorbeer und ich bin mir nicht einmal sicher, ob das wirklich so stimmt. Nach den letzten beiden extremen Sommern habe ich mehr vertrocknete Eibenhecken als braune Kirschlorbeerhecken gesehen (erwachsene vertrocknete Kirschlorbeerhecken sogar gar keine). Deshalb steht die Eibe in dieser Liste etwas niedriger. Da es aber auch mehr Eibenhecken gibt, ist das vielleicht aber auch logisch. Es kann gut sein, dass die Eibe ebenso beständig gegen Dürre ist wie der Kirschlorbeer. Auch Eiben bilden tiefe Wurzeln (Pfalwurzeln). Ich vermute, dass die Eiben, die im vergangenen Sommer an den Folgen der Dürre gestorben sind, entweder noch nicht vollständig verwurzelt waren und/oder überhaupt kein Wasser von ihrem Besitzer erhalten haben.
Die Eibe ist mit Sicherkeit weniger anfällig für Frostschäden als die Lorbeerkirsche. Ich glaube nicht einmal, dass es für eine Eibe möglich ist, einzufrieren. Das einzige, was einmal passieren kann (wenn der Zeitpunkt einer späten Frostperiode falsch ist), ist, dass die frischen Nadeltriebe einfrieren und abfallen. Wenn wir die Frostbeständigkeit in gleichem Maße in die Bewertung einbeziehen wurden, übersteigt die in dieser Liste aufgeführte Eibe mit Sicherheit die Lorbeerkirsche, da die Lorbeerkirsche (bei starkem Frost) vollständig erfrieren kann.
Die Eibe ist heutzutage meine persönliche Lieblingsheckenpflanze. Mehr dazu lesen Sie in ´Empfehlung des Chefs´ oder in ´Warum ist die Eibe (Taxus baccata) laut einem Gärtner die beste Heckenpflanze?´

 

Der portugiesischer Kirschlorbeer
Direkt nach der Eibe kommt die portugiesische Lorbeerkirsche. Auch er ist sehr resistent gegen Dürre. Vielleicht sogar genauso gut wie die oben genannten Arten. Ein wirklich großer Schritt (Richtung weniger beständig) wird erst gleich unten bei den Lebensbäume gemacht.

 

Die Zypressen
Zypressen wie die Cupressocyparis Leylandii gibt es vor allem rund um das Mittelmeer und auch viele in Südfrankreich. Das sagt wahrscheinlich schon genug. Auch sie können recht gut mit Dürre umgehen. Davon habe ich nicht eine eingegange Hecke gesehen (gibt es aber auch nicht so viele). Frost ist auch nicht wirklich ein Thema, obwohl manchmal einige einzelne Zweige einfrieren können.

 


Die Thujas oder Lebensbäume
Die Thuja hat eindeutig die meisten Probleme mit einem Sommer wie dem von 2018. Allerdings gibt es immer noch einen erheblichen Unterschied zwischen den verschiedenen Arten der Thujas:

Die Plicata-Arten, auch genannt Riesenlebensbäume
Einige bekannte Beispiele sind die Thuja-Martin, Atrovirens, Excelsa und Gelderland. Die meisten Plicata-Arten bilden eine tiefe Pfahlwurzel. Dadurch sind sie im Vergleich zu anderen Thuja-Arten resistenter gegen Dürre. Sie verlieren jedoch deutlich von allen oben genannten Kandidaten.

Die Occidentalis-Arten wie die bekannte Thuja Brabant und Thuja Smaragd
Diese Arten haben ihre Wurzeln eher oberflächlich (sind Flachwurzeler) und können einen Sommer wie 2018 ohne zusätzliches Wasser nicht überleben. Mit nur alle zwei Wochen, einer große Menge Wasser kann man sie aber am Leben erhalten, so dramatisch ist es also nicht! Aber 3 bis 4 Wochen in Urlaub zu fahren, wenn es so heiß ist, kann fatal sein. Oder zumindest kann die Pflanze so geschwächt werden, dass z.B. Astläuse und Pilze freie Hand haben. 


Ein paar große „Abers"

Auch diejenigen die weniger klimabeständig sind müssen nicht eingehen
Diese oben beschriebene schlechtere Klimabeständigkeit von diejenigen unten in der Liste hieroben, bedeutet nicht dass sie kein Hitze vertragen.Wenn Boden und Wasserversorgung gut sind, vertragen auch alle Thujas (auch die Thuja Brabant und Smaragd) dieses extreme Wetter prima. Nur kostet es sehr viel Wasser, damit muss man leben können. Darüber hinaus spülen Nährstoffe den Boden aus, indem sie viel Wasser geben müssen. Dies muss dann durch eine gute Düngung ausgeglichen werden. Alles in allem nicht ideal aber natürlich machbar.

Achtung!, wenn Sie sich für eine sogenannte (klima)resistentere Sorte entscheiden
Diese oben beschriebene höhere Klimabeständigkeit von diejenigen oben in der Liste hieroben, gilt nicht unmittelbar nach dem Einpflanzen. In der Gärtnerei wird die Pfahlwurzel während der Rodung nämlich durchtrennt. Diese muss sich wieder entwickeln, was locker bis zu einem Jahr dauern kann. Erst dannach ist die Pflanze tatsächlich so resistent als hieroben erwähnt.

Auch die folgenden Faktoren spielen häufig eine Rolle bei der Beständigkeit gegen Trockenheit

1) Undurchlässige Barrieren im Untergrund
Dadurch können die erwähnten Pfahlwurzeln nicht tief in den Boden eindringen. So wird die Beständigkeit gegen Dürre bei manche Heckenpflanzen-Arten zunichte gemacht.

2) Pflanzen stehen entweder oberhalb oder unterhalb eines Hanges.
Unten sind sie weniger empfindlich für Dürre als oben. Unterhalb können sie, besonders wenn das Wasser nicht entweichen kann, auch empfindlich auf Wasserstau reagieren, was übrigens eigentlich noch schlimmer ist, weil man nichts dagegen tun kann. Gegen Dürre kann man die Pflanze immerhin gießen.

3) Durchlässiger oder nicht durchlässiger Boden
Es ist logisch, dass hochdurchlässige Böden früher austrocknen. Bei hochdurchlässigen Böden ist es wichtig, dass mehr Wasser zugeführt wird. Dies wiederum führt zu zusätzlicher Nährstoffauswaschung, die kompensiert werden muss (z.B. mit ‘Heckenkraft‘).

Können Sie die klimabeständigkeit verbessern?

Das ist durchaus möglich. Wenn Ihr Boden genügend Humus enthält, die Bodenstruktur und das Bodenleben gesund sind, können alle Pflanzen Trockenheit besser aushalten. Das ist eine Tatsache und genau das leistet unser selbst entwickelter Dünger für Heckenpflanzen. Dies ist aber natürlich begrenzt.  Eine Thuja in einem gesunden Boden kann viel mehr vertragen als eine Thuja in einem armen Boden, aber Sie können tun was Sie wollen, ein Thuja wird niemals so klimaresistent werden wie eine Buche.

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Themen, die Ihnen bei der Auswahl zwischen den verschiedenen Heckenpflanzenarten helfen können

Hier auf Heckenfreunde.de
Gibt es einheimische Eiben (Taxus baccata) ohne Beeren?
Warum ist die Eibe (Taxus baccata) laut einem Gärtner die beste Heckenpflanze??
Empfehlung des Chefs. Welche Art von Heckenpflanze ist die beste?
Thuja Smaragd oder Thuja Brabant, welche ist besser?
Thuja Brabant, die Vorteile über Thuja Smaragd?
Welcher Kirschlorbeer oder Lorbeerkirsche ist am besten?

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Themen, die Ihnen später beim oder nach dem Anpflanzen Ihrer neuen Hecke helfen können

Auf somachtduengenspass.de (geschrieben vom selben Autor)
Pflanzanleitung für Heckenpflanzen (kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden)
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© 2019 Heckenfreunde


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  • Wir hatten von Anfang an einen sehr angenehmen Kontakt. Lieferung war einwandfrei. Die Bäume sahen sehr gut aus und sind auch toll angewachsen. Würde dort immer wieder bestellen.

  • Sehr netter Kontakt, pünktliche Lieferung zur verabredeten Zeit. Herr Metsemakers hat sogar noch selber mitgeholfen, ganz großartig und sicher nicht selbstverständlich. Nun hoffen wir auf gutes Anwachsen. Nur zu empfehlen, absolut seriös.

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