Übersicht Heckenpflanzen Blog

Gepostet am 21-02-2019

Welche Heckenpflanze ist am klimaresistentesten?

Welche Heckenpflanze kann Hitze und Dürre am besten vertragen?

Welche Heckenpflanzen brauchen dabei am wenigsten Wasser?

Die oben genannten Fragen sind in den letzten Jahren zu wichtigen Themen geworden. Wenn ich sehe, was ich von Zeit zu Zeit sprühen muss, um meinen Garten ein wenig grün zu halten...Mann Mann...

Der Fokus liegt hier hauptsächlich auf dem Sortiment, das wir normalerweise anbieten. Ich muss auch sagen, dass dies keine absolute Wissenschaft ist. Es geht hier einfach um unsere eigene Erfahrung in die Baumschule und Wahrnehmung bei Kunden. Außerdem berücksichtige ich in diesem Artikel nicht übermäßig die Frostbeständigkeit. Es geht mir vor allem darum, welche Pflanzen trockene Sommer überstehen können. 

Ergebnis unserer Erfahrungen

Die Reihenfolge von oben nach unten: von optimal klimaresistent (brauchen wenig Wasser) bis am wenigsten klimaresistent (brauchen ´viel´ Wasser). Alle Arten oberhalb der doppelten durchgezogenen Linie sind sehr klimabeständig.

Gemeine Hainbuche / Weißbuche (Carpinus betulus).
Wichtiger Hinweis. Dies ist die einzige Heckenpflanze aus dieser Liste, die nicht immergrün ist. Einmal richtig verwurzelt, können sie auch ohne Wasser im heißesten Sommer nicht mehr gebrochen werden. Aufgrund dieser extremen Trockenresistenz wollten wir nicht, dass diese Heckenpflanze hier fehlt, auch wennsie  nicht immergrün ist.

 
Liguster
Ich habe noch nie eine Ligusterhecke gesehen, die an Dürre gestorben ist. Das Einzige, was sie bekommen können, ist ein wenig Mehltau oder ein einzelnes verbranntes Blatt bei extremen Temperaturen (besonders in Kombination mit dem Beschneiden).
 

Der Kirschlorbeer
Man sollte es nicht erwarten, da er so große Blätter hat, die viel Wasser verdampfen lassen können. Aber sobald ein Kirschlorbeer gut verwurzelt ist, hat er nicht so schnell Probleme mit der Hitze. Die Lorbeerkirsche hat unserer Meinung nach den Extremsommer 2018 am besten überstanden (mehr erfahren).

 



 

Glanzmispel red Robin
Ähnlich wie der Kirschlorbeer. Minimal so beständig gegen der Hitze wie der Kirschlorbeer ist diese Glanzmispel red Robin. Vielleicht ein Tick empfindlicher für Frostschade.

 
 

Die Eibe (Taxus Baccata)
Diese folgt knapp dem gewöhnlichen Kirschlorbeer und ich bin mir nicht einmal sicher, ob das wirklich so stimmt. Nach dem letzten Sommer habe ich mehr braune Eibenhecken als braune Kirschlorbeerhecken gesehen (erwachsene braune Kirschlorbeerhecken sogar gar keine). Deshalb steht die Eibe in dieser Liste etwas niedriger. Da es aber auch mehr Eibenhecken gibt, ist das vielleicht aber auch logisch. Es kann gut sein, dass die Eibe ebenso beständig gegen Dürre ist wie der Kirschlorbeer. Auch Eiben bilden tiefe Wurzeln. Ich vermute, dass die Eiben, die im vergangenen Sommer an den Folgen der Dürre gestorben sind, entweder noch nicht vollständig verwurzelt waren und/oder überhaupt kein Wasser von ihrem Besitzer erhalten haben. Die Eibe ist heutzutage meine persönliche Lieblingsheckenpflanze. Mehr dazu lesen Sie in Empfehlung des Chefs.

 

Der portugiesische Lorbeer
Direkt nach der Eibe kommt die portugiesische Lorbeerkirsche. Auch er ist ziemlich resistent gegen Dürre. Vielleicht sogar genauso gut wie die oben genannten Arten. Ein wirklich großer Schritt (Richtung weniger beständig) wird erst gleich unten bei den Lebensbäume gemacht.

 

Die Zypressen
Zypressen wie die Cupressocyparis Leylandii gibt es vor allem rund um das Mittelmeer und auch viele in Südfrankreich. Das sagt wahrscheinlich schon genug. Auch sie können recht gut mit Dürre umgehen. Davon habe ich nicht eine eingegange Hecke gesehen (gibt es aber auch nicht so viele).

 


Die Thujas oder Lebensbäume
Die Thuja hat eindeutig die meisten Probleme mit einem Sommer wie dem von 2018. Allerdings gibt es immer noch einen erheblichen Unterschied zwischen den verschiedenen Arten der Thujas:

Die Plicata-Arten, auch genannt Riesenlebensbäume.
Einige bekannte Beispiele sind die Thuja-Martin, Atrovirens, Excelsa und Gelderland. Die meisten Plicata-Arten bilden eine tiefe Pfahlwurzel. Dadurch sind sie im Vergleich zu anderen Thuja-Arten resistenter gegen Dürre. Sie verlieren jedoch deutlich von allen oben genannten Kandidaten.

Die Occidentalis-Arten wie die bekannte Thuja Brabant und Thuja Smaragd.
Diese Arten haben ihre Wurzeln eher oberflächlich und können einen Sommer wie 2018 ohne zusätzliches Wasser nicht überleben. Mit nur alle zwei Wochen, einer große Menge Wasser kann man sie aber am Leben erhalten, so dramatisch ist es also nicht! Aber 4 Wochen in Urlaub zu fahren, wenn es so heiß ist, kann fatal sein. Oder zumindest kann die Pflanze so geschwächt werden, dass z.B. Astläuse und Pilze freie Hand haben. Viele Menschen denken immer noch, dass ihre Hecken durch einen Pilz krank geworden sind.... Der Pilz ist aber fast immer nur das Symptom von zu wenig Wasser (oder anderen schlechten Umständen). Lesen Sie hier mehr dazu auf unserer neuen Blog- und Düngerwebseite somachtduengenspass.de.


Ein paar große „Abers"

Auch diejenigen die weniger klimabeständig sind müssen nicht eingehen
Diese oben beschriebene schlechtere Klimabeständigkeit von diejenigen unten in der Liste hieroben, bedeutet nicht dass sie kein Hitze vertragen.Wenn Boden und Wasserversorgung gut sind, vertragen auch alle Thujas (auch die Thuja Brabant und Smaragd) dieses extreme Wetter prima. Nur kostet es sehr viel Wasser, damit muss man leben können.

Achtung!, wenn Sie sich für eine sogenannte (klima)resistentere Sorte entscheiden
Diese oben beschriebene höhere Klimabeständigkeit von diejenigen oben in der Liste hieroben, gilt nicht unmittelbar nach dem Einpflanzen. In der Gärtnerei wird die Pfahlwurzel während der Rodung nämlich durchtrennt. Diese muss sich wieder entwickeln, was locker bis zu einem Jahr dauern kann. Erst dannach ist die Pflanze tatsächlich so resistent als hieroben erwähnt.

Auch die folgenden Faktoren spielen häufig eine Rolle bei der Beständigkeit gegen Trockenheit.

Undurchlässige Barrieren im Untergrund

Dadurch können die erwähnten Pfahlwurzeln nicht tief in den Boden eindringen. So wird die Beständigkeit gegen Dürre bei manche Heckenpflanzen-Arten zunichte gemacht.

Pflanzen stehen entweder oberhalb oder unterhalb eines Hanges.

Unten sind sie weniger empfindlich für Dürre als oben. Unterhalb können sie, besonders wenn das Wasser nicht entweichen kann, auch empfindlich auf Wasserstau reagieren, was übrigens eigentlich noch schlimmer ist, weil man nichts dagegen tun kann (bei Eibe verursacht das Wurzelfäule und bei Lorbeer Schrotschusskrankheit). Gegen Dürre kann man die Pflanze immerhin gießen.

Durchlässiger oder nicht durchlässiger Boden

Es ist logisch, dass hochdurchlässige Böden früher austrocknen. Bei hochdurchlässigen Böden ist es wichtig, dass mehr Wasser zugeführt wird. Dies wiederum führt zu zusätzlicher Nährstoffauswaschung, die kompensiert werden muss (z.B. mit ‘Heckenkraft‘, was auch für weniger Wasserverlust und Auswaschung sorgt).

Bodenqualität

Wenn sich die Pflanzen in einem Boden befinden:

- Ohne gesundes Bodenleben
- Ohne gute Struktur
- Ohne ausreichenden Humus (und damit ohne ausreichende Humus- und Fulvinsäuren)

Dann sind die Pflanzen auf jeden Fall anfälliger für Trockenheit. Oftmals wird aber in dieser Situation genau das Falsche getan. Die Pflanzen sehen etwas trist aus und die Leute denken, dass sie etwas tun müssen. Oft wird dann etwas Bittersalz oder andere (Kunst)Düngemittel gestreut. Oft ist genau das der Gnadenschuss. Das Bodenleben bekommt einen weiteren Dämpfer durch das Salz und die Pflanzen trocknen wegen des Salzes sogar noch mehr aus....Oft höre ich dann: Ich habe sogar Bittersalz gegeben und trotzdem sind die Pflanzen eingegangen....

Können Sie die klimabeständigkeit verbessern?

Das ist durchaus möglich. Wenn Ihr Boden genügend Humus enthält, die Bodenstruktur und das Bodenleben gesund sind, können alle Pflanzen Trockenheit besser aushalten. Das ist eine Tatsache. Dies ist aber natürlich begrenzt.  Eine Thuja in einem gesunden Boden kann viel mehr vertragen als eine Thuja in einem armen Boden, aber Sie können tun was Sie wollen, ein Thuja wird niemals so klimaresistent werden wie eine Buche.

 
Andere interessante Themen

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Frostbeständigkeit der verschiedenen Kirschlorbeersorten
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© 2019 Heckenfreunde


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Erfahrungen

  • Zu allererst muss man sagen, dass Herr Metsemakers ein ganz netter Unternehmer ist, der immer bei allen Fragen sehr hilfsbereit war.
    Wenn also der Mensch dahinter passt, dann können die Hecken ja nur super sein. Gute Qualität, pünktliche Lieferung, super Service.... bei über 100 taxus baccata...
    Von daher alles bestens und immer zu empfehlen.

  • Vielen herzlichen Dank für die schnelle Lieferung der 16 Portugiesischen Kirschlobeer Pflanzen. Die Pflanzen waren wirklich von Premium Qualität zu einem fairen Preis. Ich muß mich nochmals bedanken, für die Hilfe von Herrn Metsemakers, der uns die Pflanzen an Ort und Stelle gebracht hat, den tollen Service und die guten Tipps.

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