Übersicht Heckenpflanzen Blog

Gepostet am 17-07-2017

Neue Muttererde kaufen oder nicht wenn man eine neue Hecke pflanzt?

Ein Thema, das ich schon mehrfach besprochen habe, das aber aktuell bleibt. Auch in diesem Frühjahr kam dieses Thema wieder bei vielen Kunden zur Sprache. Sie hatten sehr teure und demnach gute Muttererde gekauft... Oft war diese angeblich sogar speziell für Lebensbäume (Thujen) oder aufgrund des Sandanteils speziell zur Mischung mit Lehmböden geeignet.

Schon ein kurzer Blick auf diese Erde verrät mir jedoch, dass dies nichts mit Muttererde zu tun hat. Wenn man ein Fachmann mit Gespür ist, sieht man sofort, dass es kein natürlicher Boden ist, sondern de facto sogar „tote Erde“. Oft sind darin unter anderem kleine, (unnatürliche) hellrote Teilchen in einer Größe von 2 bis 5 mm enthalten, und manchmal noch weitere unnatürliche Stoffe. Wurzelsprossen werden oft thermisch oder chemisch abgetötet (und damit automatisch auch der Rest des Bodenlebens). Auch gesiebter Mutterboden ist schlichtweg keine Muttererde.

Auf dieses Problem sind wir eigentlich erst in Deutschland aufmerksam geworden. In den Niederlanden pflanzt fast jeder seine Hecke einfach in den Boden, die im Garten vorhanden ist. Zuweilen wird dem ein wenig Pflanzerde zugemischt. Und das funktioniert wunderbar. Dass dies in Deutschland oft nicht der Fall ist, hat vielleicht folgende Gründe:

  1. Der Boden ist dort im Vergleich zu den Niederlanden oft so lehmig und schwer (und humusarm), dass er sich wirklich nicht zum Pflanzen eignet.
  2. In Neubaugebieten wird der ursprüngliche Naturboden (leider!) oft von Bauunternehmern abgetragen. Oft wird dies zwar wieder aufgefüllt, doch in minderwertiger Qualität und oft auch noch komplett verdichtet durch das Gewicht der ständig an- und abfahrenden Baumaschinen.

Wenn einer der beiden Fälle vorliegt, muss man etwas anderes anstellen. Dann funktioniert die simple „niederländische Methode“ nicht. Und dabei landet man recht schnell bei der „Pseudo-Muttererde“. Wie das genau zustande kommt, weiß ich nicht. Doch um erst einmal kurz auf Punkt 1 und 2 zurückzukommen: Oft wird zu Unrecht beschlossen, dass der natürlich vorhandene Boden dort entfernt werden muss, wo die neue Hecke gepflanzt werden soll. Dazu werden allerlei Gründe angeführt, die sehr häufig nicht plausibel sind. Der Boden sei zu sandig, zu lehmhaltig, dort habe eine anderen Hecke gestanden, wodurch der Boden nährstoffarm ist, zu viele Unkrautsamen befänden sich im Boden... Doch sehr oft ist dieser Boden eigentlich prima. Ich würde sogar behaupten, gerade weil dort eine andere Hecke gestanden hat. Mit ausreichend Kompost oder guter Pflanzerde vermengt ist der Boden wunderbar vorbereitet. Dies ist viel besser als das Abtragen des Bodens und das Auffüllen mit ´den sogenannter Muttererde´. Auch Lehm ist überhaupt nicht abträglich, es sei denn er kommt in rauen Mengen vor. Solange auch genügend organisches Material vorhanden ist, was in der Natur oft der Fall ist, ist Lehm kein Problem.

Wenn Sie unseren Blog schon länger verfolgen, ist vielleicht schon klar geworden, dass wir eine möglichst natürliche Situation bevorzugen. Und das tun wir nicht nur aufgrund unserer recht ökologischen Einstellung, sondern weil es einfach besser ist. So wie die Darmflora in unseren Därmen ungemein wichtig für uns ist, so ist auch das Bodenleben ungemein wichtig für die Pflanzen. Im Boden sorgen Bodenbakterien und Schimmel dafür, dass allerlei organische und anorganische Stoffe in Nährstoffe umgewandelt werden, die die Pflanzen aufnehmen können. Daher ist es unserer Meinung nach so schlecht, wenn Sie Ihre Hecke in tote Pseudo-Muttererde pflanzen. Der Boden muss erst „leben“, bevor die Pflanzen etwas an ihm haben. Gelingt dies nicht, bevor die Pflanzen die Nährstoffe in ihrem eigenen Wurzelballen aufgebraucht haben (das kann eine Weile dauern), treten danach sicherlich Probleme auf. Wenn noch andere Faktoren nicht ideal sind – was fast immer zutrifft - kommt dies noch erschwerend hinzu. Zu diesen Faktoren zählen zu dicht gepflanzte Jungpflanzen, andere große Sträucher/Bäume in der Nähe, ein windiger Standort. Auch bei extremen Witterungsbedingungen (Hitze, Dürre) haben es die Pflanzen in der Pseudo-Muttererde schwer, da auch die Feuchtigkeitsaufnahme aus „toter Erde“ nicht gut funktioniert (auch nicht wenn man viel gießt!)

Wenn der natürlich vorhandene Boden an dem Ort, an dem Sie Heckenpflanzen pflanzen möchten, genügend organische Stoffe enthält (Humus), ist dieser Boden trotz eventueller Lehmanteile immer noch viel besser als die im Handel erhältliche Pseudo-Muttererde. Und das liegt schlicht und einfach daran, dass Leben in ihm steckt. 

Wenn der Boden wie unter Punkt 1 oder 2 jedoch wirklich so schlecht oder so schwer und lehmhaltig ist, dass ein Anpflanzen nicht möglich ist, mischen Sie diesen dann zu mindestens 50 % mit gutem Kompost und pflanzen Sie Ihre Pflanzen in diese Mischung ein. Haben Sie Zweifel darüber, was ein guter Kompost ist, nehmen Sie am besten Cuxin Aktive Erde für Ziersträucher. Er ist etwas teurer, doch das zahlt sich aus. Er enthält sogar schon einen wesentlichen Anteil des so unglaublich wichtigen Bodenlebens, nämlich die Schimmelkulturen ... sowie Komponenten, die das Bodenleben stimulieren. In Kombination mit dem von uns kostenlos bei der Bestellung angelieferten Bio-Dünger sorgt dies dafür, dass Ihre Hecke gut anwächst und guten Widerstand gegen Krankheiten und Befall entwickeln kann. Alternativ können Sie auch echte Muttererde kaufen, zu der Sie zur Sicherheit auch noch ein bisschen Kompost oder Pflanzerde vermischen können, doch das ist bei échter Muttererde nicht einmal nötig.

© 2017 Heckenfreunde


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