Übersicht Heckenpflanzen Blog

Gepostet am 23-07-2018

In meiner Thujahecke gibt es große braune Flecken. Wie kommt das?

Werden diese braunen Flecken durch einen Pilz, durch Triebläuse oder den Thuja-Borkenkäfer verursacht?

Nein, der Grund ist viel simpler, nämlich zu wenig Wasser! Die möglichen Pilze oder Läuse sind nur das Symptom...

Häufig wird der Fehler gemacht, dass erwachsene Heckenpflanzen wie Lebensbäume oder Zypressen nahezu nie mehr gegossen werden. Es wird angenommen, dass dies bei erwachsenen Pflanzen nicht mehr nötig ist, oder das Gießen wird einfach vergessen. Deshalb stehen diese Pflanzen vor allem im Sommer viel zu trocken. Fast alle Koniferenarten stammen aus Gebieten, in denen die Niederschläge im Sommer deutlich höher sind als in weiten Teilen Deutschlands. Außerdem bildet eine Hecke (im Gegensatz zu einer einzeln stehenden Konifere) ein extrem dichtes Nadel(schuppen)dach, das dafür sorgt, dass bei einem kleinen Regenschauer buchstäblich kein Tropfen den Boden unter den Koniferen erreicht. Dadurch ist der Boden unter vielen Hecken im Sommer meist knochentrocken. Im Moment (23.07.2018) ist das definitiv der Fall. Die Pflanzen können somit weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen. Das sorgt nicht nur dafür, dass Thujas wie Thuja Brabant und Thuja Smaragd viel früher „voll mit Samen schießen".


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Auch die Resistenz gegen alle Arten von Krankheiten wird stark reduziert. Und das Bodenleben in Wurzelbereich leidet auch ordentlich, denn wo es knochentrocken ist, können Würmer, Bodenbakterien und Bodenpilze nicht lange überleben (oder sind wenigstens nicht aktiv). Die Pflanzen sind geschwächt und werden empfänglicher für alle Arten von Schädlingen wie Thuja-Borkenkäfer, Läuse und Pilze. Gerade bei Lebensbäumen kann es vorkommen, dass insbesondere Laien von außen nicht erkennen können, wenn die Pflanze bereits stark geschwächt ist. Das merkt man oft erst, wenn es „zu spät" ist - wenn nämlich Teile der Pflanze bereits braun geworden sind und/oder durch Austrocknung oder von einen der genannten Krankheitserreger abgestorben sind. Es ist nicht definitiv so, dass die Pflanzen vollständig absterben, sogar eher nicht. Aber gerade bei älteren Pflanzen ist es sehr schwierig, die bereits betroffenen Stellen wieder grün zu bekommen. Lese unten weiter.

Dabei spielt auch das Alter der Koniferen eine Rolle. Genau wie alle anderen Organismen wird auch eine Konifere nicht unendlich alt, und in einer Hecke schon gar nicht. Dort stehen immer mehrere Pflanzen auf einer relativ kleinen Fläche, und sie werden zudem jedes Jahr geschnitten. Natürlich müssen Hecken dicht sein und beschnitten werden. Das bedeutet aber, dass ältere Heckenpflanzen von etwa 20 Jahren es ohnehin schon nicht leicht haben. Wenn sie im Sommer dann auch noch in einem völlig trockenen Boden stehen müssen, kann man sich vorstellen, dass sie sehr geschwächt sind. Gerade diese alten Pflanzen brauchen etwas mehr Unterstützung, vor allem mit Wasser, kriegen in der Regel aber sogar weniger...

Die Lösung bei Schädlingsbefall

Bei Befall liegt der Fokus m.E. oft viel zu sehr auf dem Symptom und nicht auf der Ursache des Problems. Man möchte dann gern mit einem Insektizid oder Fungizid die Läuse und/oder Pilze (die oft gar nicht mehr da sind) abtöten. Das führt jedoch oft zu noch mehr Schaden oder sogar zu neuen Problemen. Fest steht nämlich, dass das natürliche Gleichgewicht zwischen „guten Pilzen und Bakterien und natürlichen Feinden und Schädlingen" auch zerstört wird. Und so wird es oft nur schlimmer.


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Meiner Meinung nach kann man meistens tatsächlich nicht viel mehr tun, als die braunen Stellen herauszuschneiden und zu hoffen, dass die betroffenen Stellen wieder etwas dichter werden. Und natürlich vor allem wieder regelmäßig gießen! Ich kann verstehen, dass das nicht sehr zufriedenstellend ist. Diese Botschaft ist oft schwer zu akzeptieren. Schließlich hat man den Drang, aktiv etwas gegen den Pilz oder andere Schadensursachen zu unternehmen. Einer unserer Kunden, dem diese Lösung ebenfalls nicht ausreichte, schickte einige betroffene Zweige an ein Speziallabor. Um der Klarheit willen: es handelte sich um ein deutsches Labor, das ich nicht kannte und zu dem ich keine Verbindungen habe. Auch ich war sehr gespannt, was das Labor sagen würde. Unter diesem Artikel befindet sich der von dem Labor erstellte Bericht. Das Labor fand zwar einen schädlichen Pilz, hielt es aber auch nicht für sinnvoll, ihn mit einem Fungizid zu bekämpfen. Die Begründung ist allerdings nicht genau die gleiche als meine. Ich sage hier auch nicht, dass es grundsätzlich nie sinnvoll ist, ein Insektizid oder Fungizid einzusetzen. Aber in 9 von 10 Fällen – vor allem bei Heckenkoniferen in privaten Gärten – handelt es sich nur um eine Symptombehandlung, die meistens zu spät kommt und oft zu neuen Symptomen führt.

Wenn das plausibel klingt und man trotzdem unbedingt mehr als nur mehr gießen tun möchte (was aber absolut das Wichtigste ist!), kann es sinnvoll sein, dem Bodenleben neuen Auftrieb zu geben. Damit ist längst nicht garantiert dass die braune Stellen wieder grün werden, doch der Chance dass die Hecke im algemeinen wieder etwas gesunder wird, ist groß.

Was ist jetzt die Moral dieser Geschichte?

Auch bereits angewachsene und erwachsene Heckenpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, besonders wenn es längere Zeit trocken ist! Das hält die Pflanzen schön grün und beugt Krankheiten und Schädlingsbefall vor.

PS: Ich schreibe diesen Artikel am 23. Juli 2018 – also mitten in einer extrem langen Hitze- und Trockenperiode…


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